Ein altes Kleidungsstück mit modernen Folgen

Hochhackige Schuhe haben eine lange kulturelle Geschichte und gelten in vielen gesellschaftlichen Kontexten als Zeichen von Eleganz und Stil. Doch was bedeutet regelmäßiges Tragen von Absätzen für den Körper? Die Sportwissenschaft und Orthopädie haben in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Erkenntnisse gesammelt, die ein differenziertes Bild zeichnen.

Biomechanische Veränderungen durch erhöhte Absätze

Bereits ein Absatz von drei bis vier Zentimetern verändert die gesamte Körperstatik merklich. Das Körpergewicht verlagert sich nach vorne auf den Vorfuß, wodurch die Druckbelastung im Bereich der Mittelfußköpfchen stark ansteigt. Gleichzeitig verändert sich die Haltung der Wirbelsäule: Das Becken kippt nach vorne, die Lendenwirbelsäule gerät in eine Hohlkreuzhaltung, und die Rückenmuskulatur muss kompensierend arbeiten.

Konkrete Auswirkungen auf den Bewegungsapparat

Studien zeigen, dass häufiges Tragen von Absätzen mit einer Reihe von Beschwerden assoziiert wird:

Die Frage ist nicht ob, sondern wie oft und wie hoch. Gelegentliches Tragen von Absätzen hat ein anderes Risikoprofil als tägliche Nutzung über viele Stunden.

Ab welcher Absatzhöhe beginnen die Probleme?

Es gibt keine universelle Grenze, da individuelle Faktoren wie Fußform, Gangbild und Muskelkraft eine Rolle spielen. Als allgemeine Orientierung gilt in der orthopädischen Praxis jedoch: Ein Absatz bis zu zwei Zentimetern ist für die meisten Erwachsenen unbedenklich. Zwischen drei und fünf Zentimetern steigt die Belastung merklich, und Absätze über sieben Zentimeter sollten nur gelegentlich und für begrenzte Zeiträume getragen werden.

Was hilft, Folgeschäden zu reduzieren?

Wer nicht auf hohe Absätze verzichten möchte, kann das Risiko mit einigen Maßnahmen verringern:

Ein informierter Umgang mit dem eigenen Schuhwerk ist letztlich die wirksamste Schutzmaßnahme.